Renault Master 2.5 dCi: Fehlercode DF195 / DTC1808 – Kurbelwellensensor war neu, aber falsch verbaut
Ein Renault Master 2.5 dCi mit Fehlercode DF195 (Kohärenz Nockenwellen-/Kurbelwellensensor). Beide Sensoren waren neu. Die Ursache: Der Kurbelwellensensor saß nicht auf seiner Sollposition.
Autor: Ronny Zimmermann
Einnneuer Sensor ist nicht automatisch ein richtig eingebauter Sensor. Dieser Fall aus unserer Werkstatt zeigt, wie ein Millimeter am Kurbelwellensensor einen hartnäckigen Fehlercode erzeugt.
Das Fahrzeug
Renault Master II Kastenwagen, 2.5 dCi 100 (Motor G9U), Baujahr 2006, Bosch Common Rail.
Der Fehlercode
Im Fehlerspeicher stand DTC1808, Originalcode DF070 / DF195: Kohärenz Nockenwellensensor / Kurbelwellensensor. Der Fehler kam nach dem Löschen bei jedem Start wieder. Kurbelwellensensor und Nockenwellensensor waren beide bereits erneuert worden, ohne Erfolg.
Auffällig war das Startverhalten: Direkt nach einem Lauf sprang der Motor perfekt an. War die Zündung länger als etwa eine Minute aus, leierte er lange, bevor er lief. Solange das Steuergerät noch wach war, kannte es die Motorposition. Nach dem Aufwachen musste es sich neu aus den Sensorsignalen synchronisieren, und genau dabei ging es schief.
Steuerzeiten stimmen
Ein Kohärenzfehler zwischen Nockenwelle und Kurbelwelle riecht zuerst nach Steuerzeiten. Beim 2.5 dCi sitzt der Nockenwellensensor am Rad der Hochdruckpumpe, das über einen Rädertrieb von der Kurbelwelle angetrieben wird. Wir haben die Kurbelwelle mit dem OT-Dorn abgesteckt, die Markierung am Pumpenrad und die Nockenwellen mit dem Fixierwerkzeug geprüft. Alles stimmte.
Der Kurbelwellensensor
Beim Master sitzt der Kurbelwellensensor an der Motorrückseite an der Schwungscheibe und wird mit einer Blechspange fixiert. Diese Spange hält den Sensor nicht nur, sie gibt ihm auch seine Position und damit den Abstand zum Geberkranz.
Beim genauen Hinsehen fiel auf: Der Sensor ließ sich im Loch verschieben, weiter rein und wieder raus. Er saß nicht auf seiner Sollposition.
Warum das beim Start so viel ausmacht: Ein induktiver Sensor liefert eine Spannung, die von Drehzahl und Luftspalt abhängt. Beim Leiern mit rund 200 Umdrehungen ist das Signal ohnehin schwach. Steht der Sensor zu weit vom Geberkranz weg, wird es grenzwertig. Das Steuergerät verzählt sich an den Zähnen oder erkennt die Zahnlücke nicht sauber, bekommt Nockenwellen- und Kurbelwellensignal nicht zusammen und legt DF195 ab. Sobald der Motor läuft, ist die Signalspannung ein Vielfaches höher, und alles funktioniert. Deshalb fällt so ein Fehler im Fahrbetrieb nicht auf.
Wir haben den Sensor auf den richtigen Abstand zum Geberkranz eingestellt und sauber fixiert. Danach war DF195 weg und das Startverhalten nach längerer Pause wieder normal.
Was wir daraus mitnehmen
“Neu” heißt nicht “richtig eingebaut”. Der Sensor selbst war in Ordnung, nur der Sitz nicht. Nach dem Tausch prüfen, ob das Halteblech den Sensor wirklich in Position hält und ob ein Nachbausensor überhaupt zur Halterung passt.
Das Oszibild allein reicht nicht. Das Kurbelwellensignal sah beim Leiern normal aus. Entscheidend ist die Amplitude bei Startdrehzahl und ob die Zahnlücke über die ganze Umdrehung sauber erkennbar ist.
Sie haben einen Renault Master, Trafic oder Vivaro mit DF195 oder ähnlichen Startproblemen? Sprechen Sie uns an, wir schauen uns das an, bevor das nächste Teil bestellt wird.
